Ein Quartier für Eltern und Ihre Kinder

01. Juni 2013

»Die Wohnung ist größer als unsere alte, und mir gefällt, dass wir jetzt zwei Bäder haben. Das Allerbeste aber ist mein eigener Balkon«. (Emma Pabst)

Stolz zeigt die Neunjährige ihr Zimmer mit Blick auf den Sportplatz und den historischen Lokstedter Wasserturm. Ein weiterer Balkon weist zum Innenbereich des Quartiers – sein Zugang wird von Emmas fünfjährigem Bruder Arne »verwaltet«. Gerechtigkeit hat bei Familie Pabst Priorität. Obwohl ihr Umzug erst einige Wochen her ist, sieht es in der 108 m² großen 4-Zimmer- Wohnung schon rundum eingerichtet aus. Im Wohnzimmer fehlt nur noch die Deckenlampe. Der große, von beiden Seiten mit Fenstern versehene Raum ist zugleich Mittelpunkt der Wohnung und Trennbereich zwischen Kinderzimmern, Küche und dem Elternschlafzimmer, zu dem ein separates Bad und ein begehbarer Kleiderschrank gehören.

»Die Wohnung ist für uns ideal. Genau so habe ich es mir vorgestellt, als wir im November den Rohbau besichtigten«, sagt Stefan Pabst. Ende 2011 hatte der promovierte Politikwissenschaftler und stellvertretende Abteilungsleiter beim Arbeiter-Samariter-Bund ein Schild entdeckt, auf dem das Stadtgärten-Projekt des BVE angekündigt wurde. Die Lage sagte dem 47-Jährigen auf Anhieb zu. Lokstedt ist ruhiger und grüner als der Nachbarstadtteil Hoheluft, in dem die Familie Pabst bisher wohnte. Die monatliche Nettokaltmiete von 11,00 EUR / m² liegt für Familie Pabst im Rahmen des verfügbaren Budgets.

Für Christiane Oswald gibt es am neuen Domizil wenig auszusetzen: »Die Küche ist mit knapp 8 m2 relativ klein, denn ich backe gerne mit den Kindern zusammen«, sagt die Volkswirtin (45), die bei der Techniker Krankenkasse arbeitet. »Dafür finden wir hier sehr viel Lebensqualität. Es gibt einen Fahrradkeller und Tiefgaragenstellplätze, außerdem ist der gemeinsame Wäschetrockenraum im Keller ein Gewinn.« Erfreulich findet Christiane Oswald, »dass in der Anlage eine sehr familienfreundliche Grundhaltung herrscht«. Die 2,60 Meter hohen Decken gehören zu den ästhetischen Details, die ihr besonders gefallen. Über den Türen befinden sich Zu- und Abluftventile. Die integrierte Lüftungsanlage sei praktisch und wirkungsvoll, sagt Christiane Oswald: »Die Luft bleibt in allen Räumen frisch, wir müssen weniger lüften.«

Das Be- und Entlüftungssystem, das sich in jeder der insgesamt 143 Wohnungen stufenweise regeln lässt, trägt ebenso zur hohen Energieeffizienz in den Stadtgärten bei wie die spezielle Wärmedämmung der Fassaden und die Dreifach-Isolierverglasung der Fenster. »Wir legen großen Wert auf nachhaltiges Bauen. Unser Motto lautet: viel Komfort bei wenig Energieverbrauch«, sagt BVE-Projektleiter Siegfried Zeh.

Im Keller befinden sich zwölf Stellplätze mit Ladestationen für Elektroautos. Ein Unternehmen bietet außerdem für alle Bewohner Carsharing mit einem Elektroauto und einem konventionellen Pkw an. Eineinhalb Jahre lang hat Zeh die Bebauung der 12.096 m² großen Fläche zwischen Veilchenweg und Grandweg koordiniert. Die insgesamt fünf Gebäude mit jeweils vier bis sechs Stockwerken bilden eine harmonische Einheit, die Mischfassadeaus Putz und Klinker leuchtet in warmen, erdigen Farbtönen. »Die Backsteine stammen aus einer Manufaktur in Ostfriesland«, berichtet Zeh beim Gang durch die Anlage. Bis Ende April waren alle Wohnungen an die Mitglieder übergeben, so der Projektleiter. 37 Wohnungen in der Anlage sind barrierefrei. Die Größen variieren zwischen zwei und fünf Zimmern, die Nettokaltmiete beträgt durchschnittlich 11 EUR / m². Zeh: »Der BVE legt Wert auf eine Mischung aus Jung und Alt, tatsächlich steht die Familienfreundlichkeit hier besonders im Mittelpunkt.«

Im Juni eröffnet in den Stadtgärten eine Kindertagesstätte. ie großzügig angelegten Räume im Erdgeschoss werden noch verputzt und gefliest. »Hier entsteht eine Küche für kleine Köche«, weiß Siegfried Zeh. Für eine robuste Begrünung und Spielplätze wird noch gesorgt. Familie Pabst freut sich schon auf die warme Jahreszeit, alle vier sind gespannt auf die neuen Nachbarn. »Zu den Vorzügen einer genossenschaftlichen Wohnung zählt die Sicherheit, denn wir sind jetzt unabhängig von willkürlichen Entscheidungen privater Vermieter«, ergänzt Stefan Pabst. Zum perfekten Familienglück fehlt nur noch? Na klar: ein Haustier. »Ich wünsche mir eine Giraffe«, sagt Emma und lacht. »Die kann ich von meinem Balkon aus füttern.«