Handlungsfeld: Bewegen
Winter 2025

"Ich bin gerade einfach angekommen – das ist ein ziemlich tolles Gefühl."

Kathrin, Du leitest seit über zwei Jahren das Modernisierungsteam beim BVE. Wie kam es dazu – und was reizt Dich an der Aufgabe?
Schon in meinem dualen Studium lag mein Fokus auf Bauen im Bestand – das war mein Steckenpferd von Anfang an. Ich durfte damals bereits Modernisierungen für verschiedene Genossenschaften in Schleswig-Hol-stein begleiten. Später war ich dann einige Jahre in der Projektentwicklung, auch im Neubau. Aber mein Herz hat immer für den Bestand geschlagen. Heute, in der Rolle der Bauherrin bei einer Genossenschaft, fühlt es sich an, als hätte sich ein Kreis geschlossen. Ich bin genau da angekommen, wo ich hinwollte.

Du klingst richtig begeistert. Was fasziniert Dich so sehr am Bauen im Bestand? 
Dass es nie einfach ist. Jede Modernisierung bringt durch strikte Rahmenbedingungen neue Herausforderungen – und genau das liebe ich. Ich bin ein totaler Problemlöser. Wenn etwas hakt, blühe ich auf und gehe in den Lösungsmodus. Ich suche nicht lange, sondern fin-de schnell Wege. Aktuell hält mich zum Beispiel unser Großprojekt am Tinnumer Weg ordentlich auf Trab. Die Herausforderung liegt oft darin, aus den bestehenden Gegebenheiten das Beste zu machen – und genau das ist super spannend und spornt mich an. 

Zu Deinem Job gehört ja nicht nur die Projektarbeit, sondern auch die Teamleitung. Was ist Dir dabei besonders wichtig?
Wir sind aktuell vier Kolleg:innen, bald zu fünft – plus ein Werkstudent, den wir gerade gefunden haben. Es ist meine erste Führungsrolle, und ich bin dem BVE sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe. Mir ist wichtig, präsent zu sein, ansprechbar, mit Zeit für die Projekte und die Menschen dahinter. Ich möchte, dass sich mein Team sicher fühlt – dass Fehler erlaubt sind, dass wir darüber sprechen und gemeinsam weitergehen. Ich versuche, Stärken zu erkennen, Potenziale zu fördern und da zu unterstützen, wo es nötig ist.

Das klingt nach einem sehr wertschätzenden Führungsstil. Wie zeigt sich das im Alltag bei Euch im Team? 
Ich möchte, dass mein Team gerne zur Arbeit kommt. Ohne Bauchschmerzen, mit Freude auf den Tag. Wir haben im Projekteteam mal gefragt, was für alle zu einem guten Arbeitstag gehört – und die Antwort war fast immer: der Austausch, das Miteinander, der Support. Ich finde es toll, wenn ich auf dem Flur höre, dass jemand nach einem schwierigen Telefonat von seinem Team aufgefangen wird – schwupps stehen drei Leute im Büro. Solche Momente zeigen mir, wie stark unser Zusammenhalt ist. Und ich hoffe, dass ich mit meiner fröhlichen Art dazu beitrage, dass wir diesen Spirit erhalten.

Das kann ich auf jeden Fall bestätigen! Kathrin hat immer ein Lachen im Gesicht und sprudelt nur so vor positiver Energie. Was bedeutet es Dir, das alles beim BVE erleben zu können?
Sehr viel. Besonders berührt hat mich, dass wir uns im Managementkreis intensiv mit unserem Führungsleit-bild auseinandergesetzt haben – und dass «Wertschät-zung» über allem steht. Das hat meine eigenen Werte zu 100 Prozent getroffen. Ich hatte das Gefühl: Ich bin hier genau richtig – nicht nur wegen der Aufgaben, sondern auch wegen der Haltung.

Das klingt so, als wären dir Werte sehr wichtig. Was bedeutet es dir, bei einer Genossenschaft zu arbeiten? 
Wir bringen einen Mehrwert – nicht nur für uns, sondern für die Gesellschaft. Wir haben die Möglichkeit, wirklich einen Unterschied zu machen, zum Beispiel im Bereich Klimafolgenanpassung. Wir entwickeln aktiv Projekte, um CO2 zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und die Lebensqualität in unseren Quartieren zu verbessern. Das hat nicht jeder Arbeitgeber im Fokus. Der BVE macht schon seit Jahren mehr als er per Gesetz müsste – und ich finde es besonders, dass wir hier mitgestalten dürfen.

Du strahlst so schön. Würdest Du sagen: Du bist angekommen?
Ja, total. Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich nicht mehr das Gefühl habe, ständig auf etwas Neues hin-arbeiten zu müssen. Ich habe mein Haus komplett selbst geplant und gebaut, lebe in einem Ort, in dem ich mich wohlfühle, habe einen Job, der mich zum ers-ten Mal wirklich erfüllt. Jetzt habe ich zum ersten Mal dieses Gefühl von: Es ist gut, wie es ist. Alles kann, aber nichts muss – ich spüre diesen Druck nach Verände-rung gar nicht mehr. Ich bin einfach total glücklich und im Moment ist alles perfekt so wie es ist.  

Woher nimmst Du Deine Energie – bei all Deinen Projekten?
Ich bin ein sehr sozialer Mensch und ziehe viel Glück und Energie aus Zeit mit meinem Partner und meinen Freunden. Ich gehe gerne auf Konzerte, Festivals, Musi-cals und schlage Bälle auf dem Tennisplatz – das gibt mir Kraft und macht mich glücklich. 

Gleichzeitig weiß ich, wann es mir zu viel wird. Dann brauche ich meine Hängeschaukel, ein gutes Buch, Yoga und einfach Stille. Ich plane mir diese Ruhezeiten am Wochenende bewusst ein, damit ich wieder auftanken kann. Das ist der perfekte Ausgleich zu dem trubeligen, aufregenden Leben, was ich sonst führen darf.

Wenn Du Tennis sagst: Wo spielst Du denn?
Ich spiele in unserem kleinen Dorfverein, dem SV Hörnerkirchen – und mittlerweile sind wir sogar mittelprächtig erfolgreich! Wir haben einen tollen Trainer, entwickeln uns ständig weiter und nehmen auch am Punktspielbetrieb teil. Auf dem Platz bekomme ich den Kopf frei – da zählt nur der Moment. Außerdem engagiere ich mich im Vereinsvorstand als Schriftführerin und darf auch dort einiges mitgestalten.

Du wirkst wie jemand, der viel mit seiner positiven Art und seiner Arbeit zurückgibt – auch über das eigene Team hinaus.
Ich hoffe das. Ich glaube, dass es auch die kleinen Din-ge sind, die zählen. Ein Gespräch an der Kaffeemaschi-ne kann manchmal schon einen Unterschied machen. Wenn danach jemand mit einem Lächeln die Treppe run-tergeht, dann bin ich auch happy. Ich wünsche mir, dass ich mit meiner positiven Art nicht nur Projekte voranbringe, sondern auch ein bisschen Freude verbreite – im Team, im Haus, vielleicht sogar ein Stück darüber hinaus.

Liebe Kathrin, ich kann Dir nur sagen: Danke für Deine Offenheit – und dass Du so viel Positives in den BVE trägst!
Danke Dir, Kathi!