Handlungsfeld: Wohnen
03/2026

Finke geht durchs Quartier

… und verlässt die U-Bahnhaltstelle Wandsbeker Chaussee. Eine Gegend, in der der BVE keinen Wohnraum besitzt, aber das Ziel bestimmt heute meine Strecke. Ich gehe durch die Straße Hammer Steindamm Richtung Bahnhof Hasselbrook, vorbei an der Firma seca, dem Weltmarktführer für medizinische Waagen. Vermutlich einer der sog. Hidden Champions. Für mich ist es einfach immer nur wieder überraschend, wo man solche wirtschaftlich wichtigen Firmen findet.

Der Bahnhof Hasselbrook ist wirklich sehr schön anzusehen, wird aber heute als Restaurant genutzt. Der Zugang zu den vier Gleisen, zwei führen von und nach Lübeck bzw. Schwerin, die anderen gehören zur Linie S1, ist dann nicht mehr so spektakulär. Eine kleine Stärkung in Form eines leckeren Burgers und eines kühlen Biers mundet aber vorzüglich. Weiter geht es in den Stadtteil Hamm hinein. Viel Rotklinker, Vor- und Nachkriegszeit lassen grüßen, alles sehr gepflegt, kleine Läden und Cafés, hohe Bäume säumen die Straßenzüge. Es ist sehr schön hier. Nein, das ist nicht Winterhude oder Eimsbüttel. Viel zentraler wohnen kann man kaum.

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Die nächste Überraschung, ich stehe vor dem John Neumeier Ballettzentrum Hamburg. Tolles Gebäude, nach Plänen von Fritz Schumacher 1929–1931 erbaut. Früher ein Gymnasium, heute das Ballettzentrum. Im ehemaligen Gymnastiksaal kann ein Gemälde von Anita Rée besichtigt werden, der Zugang ist heute aber leider für mich nicht möglich. Schade. Ich gehe zum Hammer Park, die Sonne scheint, es wird heftig gegrillt. Fast schon Partystimmung, Fleischduft liegt in der Luft. Es gibt auch eine gut besuchte Minigolfanlage, einige Kunst im öffentlichen Raum, besonders auffällig ist der Eulenbaum des Künstlers Kurt Bauer.

Mein Weg führt mich jetzt zur ehemaligen Kapernaumkirche in Hamburg Horn. Vorbei geht es an dem gefühlt riesigen Gelände der Stiftung das Rauhe Haus und schönen modernen sowie top sanierten Wohnanlagen einiger Kollegengenossenschaften. Das muss der Neid den Kollegen lassen, hier wohnt es sich gut. Ich erreiche die ehemalige Kirche, die seit 2004 leer stand, längst entweiht worden ist, und seit fast acht Jahren, natürlich nach einem Umbau, als große Moschee der Al-Nour-Gemeinschaft genutzt wird. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

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Es ist die zweite Kirche, die dergestalt um-, besser gesagt, weitergenutzt wird. Spannende Idee, mit der sich sicherlich viele christliche Mitbürger schwer anfreunden können. Aber wenn unsere beiden großen Kirchen weiterhin derart viele Mitglieder verlieren, dann ist ein solcher Schritt vielleicht richtig. Das Gebäude passt aus meiner Sicht weiterhin ganz wunderbar und schmerzfrei in den Horner Stadtraum.

Mein Weg endet in der BVE-Wohnanlage Hermannstal 46–52. Mit 40 Wohnungen ist sie vor kurzem 75 Jahre alt geworden, was wir mit allen dort wohnenden und interessierten Mitgliedern gefeiert haben. Ein rundum schöner Nachmittag war das, mit Kaffee und Kuchen, Softdrinks und Sekt, intensiven Gesprächen, Lachen und Anekdoten. Die Feier bleibt ganz bestimmt allen lange in guter Erinnerung. Ich verzögere meinen Rückweg mit einem letzten Estrella im Café May und lasse mich von der Sonne verwöhnen.

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Herzlich

Ihr Peter Finke