BVE
Jahresbericht
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Handlungsfeld: Bauen
Januar 2026

Ein großer Schritt Richtung Klimaneutralität Fernwärme-Rahmenvertrag für weitere 2.900 Wohnungen

Die Transformation der Energieversorgung ist der wichtigste Hebel des BVE auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dabei spielt die Fernwärme eine entscheidende Rolle: Rund 40 Prozent der Wohnungen im BVE-Bestand sind bereits an das Netz angeschlossen. Jetzt sollen viele weitere hinzukommen. 

Hierfür hat der BVE im Dezember 2025 einen Rahmenvertrag mit den Hamburgischen Energiewerken (HEnW) unterzeichnet. Dieser sieht vor, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre rund 2.900 weitere Wohnungen des BVE an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Zusammen mit bereits bestehenden Vereinbarungen werden damit insgesamt etwa 3.800 Wohnungen an das Fernwärmenetz angeschlossen. »Das ist für uns ein Meilenstein«, sagt Volker Claussen, der für den BVE die Verhandlungen geleitet hat. »Damit schaffen wir es, auf einen Schlag etwa die Hälfte der heute noch gasversorgten Wohnungen auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung umzustellen.« 

Denn die HEnW sind verpflichtet, ihre Wärmeproduktion klimaneutral auszurichten. So profitieren alle angeschlossenen Wohnungen automatisch von der Transformation der städtischen Wärmeerzeugung.

Mit der Umstellung machen wir einen entscheidenden Schritt zur Ablösung der fossilen Energieversorgung in unseren BVE-Quartieren. Zugleich schaffen wir die Grundlage für eine langfristige Entkopplung von der CO₂-Steuer und den Netzentgelten des Gasnetzes.

»Je stärker das Standbein Fernwärme ist, desto leichter können wir unser Ziel des klimaneutralen Gebäudebestands erreichen« - Volker Claussen

Volker Claussen, Leitung Neubau

Planungssicherheit für beide Seiten 

Die Vereinbarung gibt beiden Seiten Planungssicherheit: Die Hamburgischen Energiewerke können sich darauf verlassen, dass entlang der Leitungen genügend Häuser an das Netz angeschlossen und damit Abnahmemengen garantiert werden. Auf der anderen Seite erhält der BVE auch an Standorten, die ohne Rahmenvertrag wohl noch viele Jahre unerschlossen geblieben wären, einen Zugang zur Fernwärme.  

Dabei geht es nicht nur um große Quartiere, sondern auch um kleinere Wohnanlagen entlang der neuen Trassen. Das entlastet den BVE erheblich: Jede Wohnanlage, die über die städtische Fernwärme versorgt wird, ist ein Standort weniger, für den der BVE ein eigenes Wärmeerzeugungskonzept entwickeln, bauen und betreiben müsste – ein Aufwand, der gerade in Zeiten knapper Fachkräfte immer schwerer zu stemmen ist. »Je stärker das Standbein Fernwärme ist, desto leichter können wir unser Ziel des klimaneutralen Gebäudebestands erreichen«, sagt Volker Claussen.

»Ich freue mich, dass mit diesem Rahmenvertrag zwei starke Hamburger Partner eine langfristige und zukunftsorientierte Zusammenarbeit vereinbart haben« - Axel Horn

Fairer und solider Anbieter 

Fernwärme steht in dem Ruf, teuer zu sein. Aber: »Der Fernwärme-Contractor – hier also die HEnW – trägt das gesamte Investitions- und Betreiberrisiko. Er kümmert sich um die Energieerzeugung und die Leitungen. Das macht Fernwärme etwas teurer als andere Energiequellen«, erklärt Volker Claussen. Gleichzeitig seien die HEnW als städtisches Unternehmen ein solider und fairer Anbieter.  

Trotz der großen Bedeutung der Fernwärme bleibt der Weg zur Klimaneutralität auch für den BVE eine Herausforderung. Viele Wohnanlagen liegen abseits der Fernwärmetrassen, dort müssen lokale Lösungen – etwa Nahwärmenetze oder neue Heizsysteme für einzelne Wohnanlagen – gefunden werden. »Wir verfolgen weiterhin unterschiedliche Ansätze, je nachdem, was vor Ort möglich und sinnvoll ist«, sagt Volker Claussen. »Aber mit diesem Rahmenvertrag sind wir auf jeden Fall einen großen Schritt weiter.« 

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