Jonas Kötz in Barmbek-Nord

09. Juni 2020

Wacht der Hund über die spielenden Kinder? Träumt der Mann sich in den Tag hinein? Die Kunst von Jonas Kötz wirkt auf den ersten Blick schlicht und wenig tiefgründig. Aber ganz so ist es vermutlich nicht. Sie sind in jedem Fall vertrauenserweckend und auf ihre spezielle Art auch lässig. Ganz bestimmt aber sind seine Figuren friedlich und passen somit sehr gut in den Hof unserer Neubauwohnanlage in Barmbek-Nord. Dort sind sie einerseits Kunst am Bau, ganz konkret vor allem auch Spielgerät für die Kinder der dort wohnenden Familien.

In einem dreistündigen Kraftakt wurden beide Figuren Ende Mai aufgestellt. Nur mit Einsatz eines Spezialkrans und weiterer technischer Hilfsmittel war es möglich, sie im eigentlich nicht für Fahrzeuge zugelassenen Hofbereich und dann auch noch im Spielsand aufzustellen. Viel Handarbeit war nötig – aber irgendwann waren die tiefen Schachtungen erfolgt und an sehr tragfähigen Seilen schwebten beide Skulpturen an ihre Standorte. Die Große Figur mit dem Mann wiegt übrigens 1.100 Kilogramm! So passiert auch immer einmal wieder ein kleines Malheur: Die Figur mit dem Hund wollte aus den Seilen rutschen, konnte aber aufgefangen werden. Der Bagger blockierte seinen Kettenantrieb mit dem aufgewühlten Spielsand. Aber letztendlich war das alles nicht tragisch, und Personen und Figuren kamen sowieso nicht zu schaden.

Jonas Kötz, 1965 in Hamburg geboren, ist vielseitig künstlerisch unterwegs. Er fing früh mit dem Zeichnen an, später ging er für ein Jahr zum Schafescheren nach Australien. Nach dem Studium des Kommunikationsdesigns kam das Schreiben von Kinderbüchern dazu. Wie viele Kinderbücher es sind? Mindestens vier Dutzend, alle versehen mit seinen auf den ersten Blick zu erkennenden Zeichnungen. Seit einigen Jahrzehnten hat er sich auf Figuren und Skulpturen sozusagen spezialisiert. Überall im öffentlichen und privaten Raum findet man sie, sogar das eine oder andere Kreuzfahrtschiff transportiert die Knollennasenmänner und hölzernen Hunde, Jungen und Mädchen, Fische und Möwen in alle Welt.

Und wie entsteht so ein Kerl ganz aus Holz, geschnitzt, gefräst, gehobelt? Stunde um Stunde geschmirgelt? Jonas Kötz, in seiner ganz eigenen trocken-humorigen Art, meinte vor längerer Zeit einmal in einem Interview: „Man geht morgens in die Scheune, sucht sich ein Stück Holz in der richtigen Länge. Dann nimmt man weg, was zu viel ist. Fertig.“ Wir aber wissen – das Holz, Robinie, fast einhundert Jahre alt, kommt aus dem Rotterdamer Hafen. Immer unter Wasser gestanden, kann es jetzt Wind und Wetter nichts mehr anhaben. Es wird sehr lange für unser Mitglieder seine schöne Wirkung entfalten. Die Figuren werden sehr sehr viele Jahre als Spielgeräte zur Verfügung stehen.

Kunst am Bau in Barmbek-Nord

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