Waldohreulen in Poppenbüttel

03. August 2020

Es ist schon ein sehr ungewöhnliches Jahr, das wir zurzeit erleben müssen. Die Coronakrise führt zu vielen Veränderungen – bei uns Menschen, aber auch in der Natur. Unsere Städte sind leiser geworden, die Luft wohl auch sauberer. So sehen und hören wir heute unsere städtischen Mitbewohner viel deutlicher, als in den vergangen Jahren üblich.

In Eppendorf brüten die Falken in den neuen Nistkästen unserer Neubauwohnanlage Martini44. In Ottensen musste ein Bienenvolk in einem engen Innenhof umgesiedelt werden. Diese hatten sich wohl in der Adresse geirrt. Viele Eichhörnchen sind unterwegs, teilweise übermütig mitten auf den Straßen. Auch der Marder tobt durchs Quartier.

Richtig exotisch ist aber eine Waldohreulenfamilie in unserer Siedlung im Müssenredder in Poppenbüttel. Man hat dort wohl eine neue Heimat gefuWaldohreuleBild01.jpgnden und brütet sogar, obwohl unten auf der Wiese die Kinder spielen und ab und an auch die Rasenmäher nicht zu überhören sind. Solch eine Eule wurde hier noch nie bewusst beobachtet. Waldohreulen gehören zu den einheimischen Vogelarten, die man das ganze Jahr über beobachten kann. Auf der Elbinsel Wilhelmsburg gibt es einen Schlafplatz von Waldohreulen, die sich dort jeden Winter treffen. Sie hat eine Größe von ca. 35 bis 37cm und dabei ein Gewicht von bis zu 350 Gramm. Ihre Flügelspannweite beträgt ca. 95 cm. Sie brüten einmal im Jahr von März bis Juni, bevorzugt in Krähen- und Elsternestern. Die Waldohreule in der Poppenbütteler Siedlung hat ein Nest einer Elster genutzt.

Waldohreulen legen drei bis sieben Eier, die Brutdauer beträgt bis zu 28 Tage. Nach einer Nestlingsdauer von ungefähr 20 Tagen, werden die Jungen noch bis zu acht Wochen mit Nahrung versorgt. Das größere und stärkere Waldohreulen-Weibchen brütet alleine, während das Männchen für die Nahrungsbeschaffung und für die Revierverteidigung zuständig ist. Bei der Revierverteidigung wird das Männchen vom Weibchen unterstützt. Waldohreulen ernähren sich überwiegend von Wühl- und Feldmäusen. Hin und wieder fressen sie auch Insekten, Regenwürmer und schlafende Vögel. Offensichtlich gibt es auch in unserer Poppenbütteler Siedlung ausreichend Nahrung, denn die Eulen scheinen sich wohlzufühlen.

Jetzt, da Sie diesen Artikel lesen, ist das Nest bereits verlassen und die Eulen sind nicht mehr zu sehen. Wir freuen uns sehr, dass eines der 32.000 Brutpaare in Deutschland unser BVE-Quartier zum Brüten genutzt und die Nachbarschaft belebt hat. Vielleicht kommt das Paar ja im nächsten Jahr zurück um wieder zu brüten.

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