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Zukunftsquartier Baakendocks

23. Februar 2021

Dieser Artikel ist eine Veröffentlichung aus unserem Geschäftsbericht 2019.

Seit 2017 liefen die Bauarbeiten, jetzt ist die zweite Wohnanlage des BVE in der HafenCity fertig: die BAAKENDOCKS im Baakenhafen. Sie verfolgt zukunftsweisende Konzepte im Hinblick auf Wohnformen und Mobilität. Zu den glücklichen Bewohnerinnen und Bewohnern gehört die Familie Hell. Für den Umzug gab sie ihren angestammten »Kiez« in Altona auf.

 Die BAAKENDOCKS sind ein Gemeinschaftsprojekt des BVE mit der Hansa Baugenossenschaft und der Baugemeinschaft »Tor zur Welt«. Insgesamt sind hier 154 Wohnungen entstanden. 80 davon gehören dem BVE: 24 sind frei finanziert, 28 wurden im zweiten Förderweg und 28 im ersten Förderweg gebaut. Alle Wohnungen des ersten Förderwegs vermietet der BVE an Menschen mit Assistenzbedarf: 10 an Menschen mit geistiger Behinderung und 18 an Personen mit psychischen Erkrankungen. Für sie wird die Pestalozzi-Stiftung vor Ort vielfältige unterstützende Leistungen anbieten. So erhalten sie ein Höchstmaß an Autonomie. »Inklusion hat für uns generell einen hohen Stellenwert. Wir freuen uns, dass wir jetzt auch in der HafenCity die entsprechenden Wohnungen und Services anbieten können«, sagt Michael Wulf aus dem Vorstand des BVE.

Baakendocks I

Johanna und Christian Hell haben mit ihren beiden Kindern im Februar 2020 eine der frei finanzierten Wohnungen in den BAAKENDOCKS bezogen. Schon seit mehr als zwei Jahren hatten sie nach einer größeren Wohnung gesucht. Vor dem Umzug hatten sie lange in Altona gewohnt, direkt an der Grenze zu Eimsbüttel. Hier wären sie eigentlich gern geblieben, aber in der unmittelbaren Umgebung gab es nichts Passendes zu einem bezahlbaren Preis. Deshalb weiteten sie ihren Suchradius aus.

Christian Hell hatte schließlich die Idee, gezielt Genossenschaften zu kontaktieren. »Das hat richtig Zeit in Anspruch genommen«, erzählt er. »Immer nach der Arbeit habe ich mich hingesetzt und eine Genossenschaft nach der anderen angeschrieben.« Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Nach einigen Monaten meldete sich der BVE mit dem Angebot, eine Neubauwohnung in den BAAKENDOCKS zu beziehen.

»Da, wo die guten Schaukeln sind.«

»Wir kannten die HafenCity in erster Linie von Ausflügen. Es gibt hier Super-Spielplätze, für die sich die Fahrt lohnt«, sagt Johanna Hell. »Für unsere Tochter Romy hieß es deswegen: Wir ziehen dahin, wo die guten Schaukeln sind.« Außerdem freut sie sich sehr über ihr neues Zimmer. Die Erwachsenen mussten sich mit dem Gedanken, in der HafenCity zu wohnen, erst anfreunden. »Freunde haben uns gefragt, ob bei uns der Reichtum ausgebrochen sei«, erinnert sich Christian Hell. »Auch die Trennung von Eimsbüttel fiel uns schwer. Die Gegend ist super und wir kannten da alles: die Spielplätze, die Geschäfte, die Strecken und Wege. In der HafenCity müssen wir uns natürlich erst mal eingewöhnen. Wir sind neu in einer neuen Nachbarschaft.« Die täglichen Wege der Familie sind mit dem Umzug länger geworden: Christian Hell arbeitet auf der Intensivstation des UKE in Hamburg-Eppendorf und fährt jetzt fast doppelt so weit zur Arbeit. Johanna Hell studiert Blinden- und Sehbehindertenpädagogik an der Universität in Rotherbaum.

Mehr Raum, mehr Mitgestaltung

Aber die Freude über die neue Wohnung überwiegt bei Weitem. »Es ist andererseits ja auch spannend, ein neues Viertel wachsen zu sehen und es mitzugestalten«, sagt Johanna Hell. Mehr Platz hat die Familie in der neuen Wohnung allemal. Vorher bewohnte sie eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 75 Quadratmetern – ohne Aufzug im vierten Stock. Jetzt hat sie vier Zimmer und 113 Quadratmeter zur Verfügung, direkt am Wasser und verteilt auf zwei Ebenen. »Das ist für mich zum Beispiel toll, wenn ich vom Schichtdienst im Krankenhaus nach Hause komme und schlafen muss«, berichtet Christian Hell. »Hier kann ich mich zurückziehen, ohne die anderen zu stören, und habe wirklich meine Ruhe.«

Die Mobilität von morgen

Zur Wohnung gehören außerdem ein eigener Abstellraum und ein Tiefgaragenstellplatz für Fahrräder. Ein wichtiger Punkt für Familie Hell, denn sie legt fast alle Strecken innerhalb Hamburgs mit dem Rad zurück. Ihr Lastenrad ist für sie ein alltägliches und unverzichtbares Verkehrsmittel. »Nur ganz selten nehmen wir die U-Bahn. Und als die Geburt von Theo losging, haben wir uns ausnahmsweise ein CleverShuttle bestellt«, erzählt Johanna Hell.

Moderne Mobilität gehört zum Konzept der BAAKENDOCKS: Für die 80 Wohnungen des BVE sind nur 29 Tiefgaragenstellplätze vorgesehen – deutlich weniger als bei den meisten Wohnanlagen der Stadt. Diese sind alle für Elektro-Fahrzeuge vorgerüstet. In der Tiefgarage gibt es Stellplätze für Sharing-Fahrzeuge mit Elektro-Ladestationen. Für jede Wohnung stehen zudem mindestens zwei Fahrradstellplätze zur Verfügung. So können die Bewohnerinnen und Bewohner flexibel auf moderne, schadstoffarme Fahrzeuge zugreifen. Außerdem sind die U-Bahnstationen »HafenCity Universität« und »Elbbrücken« fußläufig zu erreichen.

Baakendocks II

Die Hells haben zwar einen VW-Bus, benutzen ihn aber ausschließlich für längere Strecken außerhalb der Stadt. Deshalb haben sie sich nicht für einen der Pkw-Stellplätze beworben. »Für uns ist es ganz klar ein Pluspunkt, in ein Quartier mit wenig Autos zu ziehen«, sagt Johanna Hell. »Kita-Plätze für Romy und Theo haben wir in der HafenCity schnell gefunden. Wenn jetzt noch die Grundschule rechtzeitig fertig wird, ist es perfekt.«

 

BAAKENDOCKS in Zahlen

8.600 Quadratmeter Grundstück Bauzeit von 2017 bis 2020 insgesamt 154 Wohnungen

• 80 Wohnungen für den BVE:

– 24 frei finanziert

– 28 im zweiten Förderweg

– 28 im ersten Förderweg für Menschen mit Assistenzbedarf

– 75 bis 120 Quadratmeter

– Nutzungsentgelt von 6,40 bis 13,50 Euro pro Quadratmeter

– 29 Pkw-Stellplätze

– 9 Sharing-Stellplätze

– 190 Fahrradstellplätze

• 45 Wohnungen für die Hansa Baugenossenschaft eG

• 29 Wohnungen für die Baugemeinschaft »Tor zur Welt« GbR

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