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Strom vom eigenen Dach: Barmbek Family

14. Januar 2021

Dieser Artikel ist eine Veröffentlichung aus unserem Geschäftsbericht 2019

Wer Häuser für die Zukunft baut, muss sich auch Gedanken über deren Energieversorgung machen. »Wir müssen weg vom Gas aus fossilen Quellen«, ist sich Axel Horn aus dem Vorstand des BVE sicher. In Barmbek setzt die Genossenschaft deshalb auf Solarstrom vom eigenen Dach.

Ein 8.802 Quadratmeter großes Grundstück, 156 Wohnungen und eine Gesamtinvestition von 38,6 Millionen Euro: Das ist »Barmbek Family« in Zahlen. Ein Neubau dieser Dimension ist auch für ein großes Wohnungsunternehmen wie den BVE nicht alltäglich. Das Grundstück am Wittenkamp in Barmbek-Nord war durch den Umzug des Stadions des HSV Barmbek-Uhlenhorst frei geworden, der BVE kaufte es von der Stadt Hamburg. Seit 2017 liefen die Bauarbeiten. Anfang 2020 konnten die letzten Bewohnerinnen und Bewohner ihre neuen Wohnungen beziehen. Entstanden ist eine Wohnanlage, die sowohl sozial als auch ökologisch zukunftsweisend ist.

Mit der Energie der Sonne

Bei der Energieerzeugung geht der BVE im »Barmbek Family« neue Wege und setzt erstmals in seinem Bestand Photovoltaikanlagen ein. Diese erzeugen mithilfe von Solarzellen Strom aus der Sonnenenergie. Im »Barmbek Family« befinden sich die Photovoltaikanlagen auf den Häuserdächern. Der dort gewonnene Strom wird als Mieterstrom direkt in die Wohnungen weitergeleitet. Im Gegensatz zur Versorgung mit Gas, Erdöl oder Kohle werden dafür keine fossilen Rohstoffe verbraucht und der Strom muss keine unnötigen Wege zurücklegen.

Teaser Barmbek Family.png

Für »Barmbek Family« arbeitet der BVE mit der Naturstrom AG zusammen. Sie ist spezialisiert auf nachhaltige Wege der Energieversorgung und hat bereits in zahlreichen Projekten Mieterstrommodelle realisiert. Die installierten Photovoltaikanlagen im »Barmbek-Family« decken rund 30 Prozent des Strombedarfs der Bewohnerinnen und Bewohner ab. Sie verfügen über eine Leistung von insgesamt 99 kWp (Kilowatt-Peak). Pro Jahr werden sie voraussichtlich rund 90.000 Kilowattstunden Sonnenstrom produzieren. Das entspricht dem Jahresstromverbrauch von etwa 35 Wohneinheiten und annähernd der Menge an Strom, die der HSV pro Heimspiel im Volksparkstadion mit 57.000 Zuschauerinnen und Zuschauern verbraucht.

Wenn die Energie vom eigenen Dach nicht ausreicht, wird für die Bewohnerinnen und Bewohner von »Barmbek Family« Strom aus anderen regenerativen Quellen in das Netz eingespeist. So können sie 100 Prozent Ökostrom nutzen – sofern sie sich für das Angebot vom BVE und Naturstrom entscheiden.

»Ich verwende für das Angebot gerne den Begriff ›Energiewende vor Ort‹, denn unsere Mitglieder wissen: Wenn die Sonne scheint, dann beziehen sie den Strom wirklich direkt von ihrem Dach! Das ist schon eine außergewöhnliche Sache«, sagt Sabrina Karger aus dem Grundstückswesen, die Teil des Projektteams ist.

Sabrina Karger.png

»Unser Beitrag zur Energiewende«

Die Leistung der Photovoltaikanlagen und damit die Menge des erzeugten Stroms werden von der Dauer der Sonneneinstrahlung bestimmt. In Deutschland geht man von einer jährlichen Sonneneinstrahlung von etwa 1.000 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter aus. Dabei ist nicht die Temperatur, sondern die Anzahl der Sonnenstunden für den Ertrag entscheidend. Das bedeutet: Auch in kühleren Monaten kann Strom erzeugt werden. 

»Der Rest des Stroms für ›Barmbek Family‹ wird in deutschen Wasser- und Windkraftwerken produziert«, erklärt Volker Claussen, Leiter der Abteilung Neubau. »Uns ist es wichtig, dass wir bei Neubauprojekten auch zeitgemäße energetische Konzepte einbinden. Das ist unser Beitrag zur Energiewende. ›Barmbek Family‹ ist das erste BVE-Projekt dieser Art, aber es wird sicher nicht das letzte bleiben.«

Für die Gesellschaft von morgen

Auch in sozialer Hinsicht ist das Konzept von »Barmbek Family« zukunftsweisend. In Barmbek-Nord sind die Wohnungen traditionell eher klein. Dennoch sind hier viele Familien auf der Suche nach passenden und bezahlbaren Wohnungen. Deshalb hat der BVE in dieser Wohnanlage bewusst viele Wohnungen mit familiengerechten Grundrissen gebaut – aber gleichzeitig kompakt genug, um günstige Mieten realisieren zu können. So sind beispielsweise mehrere Vier-Zimmer-Wohnungen mit weniger als 90 Quadratmetern entstanden.

Insgesamt 52 Wohnungen werden über den ersten und 104 über den zweiten Förderweg vergeben. 42 Wohnungen davon hat die Baugemeinschaft »Bella Barmbek« bezogen. Sie betreibt auch den Quartierstreffpunkt »Kultur n Coffee «. Hier befinden sich ein Café und öffentliche Waschmaschinen für alle Bewohnerinnen und Bewohner.

Außerdem entstehen im »Barmbek Family « zehn Wohnungen im ersten Förderweg, die jungen Erwachsenen aus dem Programm »Hier wohnt Hamburgs Jugend« der Hamburger Behörde für Arbeit, Familie, Soziales und Integration vorbehalten sind. »Das sind Wohnungen für Jugendliche, die aus stationären Erziehungseinrichtungen kommen, aber jetzt bereit sind für ein Leben auf eigenen Füßen«, sagt Michael Wulf aus dem BVE-Vorstand. Dabei werden sie unterstützt von der etablierten Lawaetz-Stiftung.

Treffpunkt für die vielen neuen Bewohnerinnen und Bewohner am Wittenkamp wird der grüne Innenhof der Wohnanlage sein. Bei der Gestaltung des Spielplatzes und der Freiflächen konnte die Kindergenossenschaft des BVE, BVE KIDS, kräftig mitbestimmen. »Die Kinder wissen schließlich am besten, welche Spielgeräte sie am liebsten nutzen«, erklärt Peter Finke aus der Mitgliederförderung.

So gibt »Barmbek Family« eine Vorstellung davon, wie das Wohnen in Zukunft aussehen kann: ökologisch verantwortungsvoll, in einer lebendigen Nachbarschaft und zu bezahlbaren Preisen.

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